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Robomobbing - Gegenwehr ist kein Mobbing. Wer das verwechselt, stellt die falsche Frage.

Das Phänomen ist real. Der Begriff ist falsch.

28. März 2026 · 1 min

Ich habe ein Problem mit „Robomobbing”.

Der Begriff macht gerade die Runde, zumindest in meiner Bubble. Gemeint sind Mitarbeitende, die KI-Systeme blockieren oder Robotern Hindernisse in den Weg legen.

Das Phänomen ist real. Der Begriff ist falsch.

Mobbing hat eine klare Semantik: ein Aggressor, ein Opfer, wiederholte intentionale Schädigung mit realen psychischen Folgen. Das auf eine Schutzreaktion gegenüber Technologie anzuwenden, ist keine Überformalisierung — es ist schlicht das falsche Wort. Und gegenüber echten Mobbing-Betroffenen ist es unfair.

Mobbing braucht Schärfe. Der Begriff muss schwer wiegen, damit er schützt. Wer ihn auf Paletten vor Robotern anwendet, schleift diese Kante ab.

Was hier passiert, ist etwas anderes. Menschen geraten unter Druck. Ihre Fähigkeiten werden entwertet, ihre Rolle unklar, die Kommunikation bleibt aus. Sie reagieren — defensiv, manchmal aktiv. Das ist keine Aggression. Das ist Gegenwehr.

Wer das als Mobbing framt, macht aus begründeter Skepsis ein moralisches Vergehen. Wer es als Gegenwehr versteht, stellt die richtige Frage: Was haben wir im Change-Prozess versäumt?

KI-Implementierung scheitert selten an der Technologie. Sie scheitert daran, dass Menschen nicht mitgenommen werden — und dann mit den Mitteln reagieren, die ihnen bleiben.

Ich suche einen Begriff, der das beschreibt, ohne es zu kriminalisieren. KI-Gegenwehr, Automatisierungswiderstand, AI friction — was würdet ihr nehmen?

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